Wiener Zeitung
Wien, 21.12.1999
Freudenchor vor Weihnachten
Wenn Beethovens "Neunte" außerhalb der Konzertzyklen stattfindet, ist man schon freudig bewegt, wenn kein japanischer Chor auftritt. Diesmal war es noch dazu der Arnold-Schoenberg-Chor. Sein künstlerischer Leiter ist der als brillanter Chordirigent bestens bekannte Erwin Ortner - auch als Rektor unserer Musikuniversität ein Begriff. Dazu kam ein gutes Sängerquartett und die qualitativ stets hochstehende Camerata Academica Salzburg.
Keine Rede sei davon, Ortner einseitig bloß als Chorspezialisten zu sehen. Der Ernst und die Dynamik, die er im ersten Satz den Salzburgern abgewann, waren fesselnd. Das ebenso musterhaft gespielte Scherzo hatte Feuer. Und das gefühlvolle Legato im Adagio stellt allen Beteiligten das schönste Zeugnis aus.
Natürlich wird das Finale dieser für die Musikgeschichte so folgenreichen Symphonie als Höhepunkt empfunden. Im Orchester war kein Nachlassen der Intensität zu bemerken.
Der prachtvolle Chor war in den Einsätzen der einzelnen Stimmgattungen genauso sicher wie klangsatt und präzise im Ganzen.
H.M.





